Ich fand Roundcube als Webmail-Oberfläche ja schon schön. Aber Rainloop ist echt noch schöner! Ich liebe diese Schlichtheit in den Programmen, oder anders gesagt die «genial-schöne Einfachheit».

Rainloop gehört in die Kategorien «Einfach. Schön. Leichtgewicht.» was mir sehr zusagt, und so habe ich mich von Roundcube verabschiedet. Dass Roundcube jetzt mit Version 1.2.0 PGP unterstützt, trifft mich nicht wirklich da ich das per Webmail sowieso nie nutze (Schlagt mich! Gebt mir Tiernamen! 😛 ).

Es können auch Freemailer wie @gmail, @gmx, etc eingerichtet werden.

Es können auch Freemailer wie @gmail, @gmx, etc eingerichtet werden.

Ich hab da noch ein Dovecot-Probläm..

Eigentlich hatte ich mir erhofft, dass das Öffnen einer Mail mit Rainloop schneller geht als mit Rounducbe. Ich habe nämlich ein Problem mit meinem Dovecot, das Öffnen einer einzelnen eMail dauert oftmals bis zu 3 Sekunden! Da ich das Webmail eher selten benutze, habe ich gelernt mit dem Problem zu leben, denn alle Tuning-Tipps von Dovecot haben überhaupt nichts geholfen. Ich verwende Dovecot mit Filebasierter-Mailablage für Multi-Mailboxen (/home/dovecot-ablage-account/mailbox1, /home/dovecot-ablage-account/mailbox2, usw) und nicht als dbox-Format. Filebasiert ohne RAM-Cache ist bei meinem Root sowieso ganz schlecht, weil dort langsame 2TB-Festplatten werkeln ohne SSDs.

Den persönlichen Kick, einmal Rainloop statt Roundcube auszuprobieren, kam also wegen einem erhofften Performance-Sprung. Ist es mit Rainloop besser? Nein. Auch mit Rainloop dauert das öffnen einer Mail bis zu 3 Sekunden. Nun weiß ich wenigstens, dass es am Dovecot liegen muss. Das Problem untersuche ich derzeit aber nicht weiter, da die nächsten Monate sowieso eine grosse Migration auf ein Sever mit SSD anstehen wird.

Mehr Infos zu Rainloop

Zurück zu Rainloop: Man kann auch hier GPG Mails öffnen. Zudem kann man nach dem Login mehrere Mailboxen einbinden, um so mit nur einem Login hin- und her wechseln zu können. Mit dem Web-Admin-Login dürfen die Domains freigeschaltet werden, welche man fürs Webmail zugänglich macht. Nebst dem eigenen Mailserver kann auch GMX, GMail & Co eingerichtet werden.

Rainloop braucht keine MySQL Datenbank – kann aber, wobei diese MySQL nur für die Kontakte benutzt wird. Die Mails werden immer frisch vom Mailserver gezogen und im Browser gecached.

Caching ist ein gutes Stichwort: Es lohnt sich nach der grundlegenden Konfiguration im Web-Admin die übersichtliche application.ini einmal kurz zu überfliegen, denn dort kann z.B. zwischen File-, Memcache- oder APC-Caching gewählt werden, während Filebasiert der Standard ist. Ich habe dort auf APC umgestellt.

Die Lizenz ist etwas lustig – es gibt eine Normal-Version (kostenlos), eine Community-Version (kostenlos) und eine Premium-Variante (kostenpflichtig). Lustig in dem Sinne, weil Community- und Normalversion in etwa dasselbe ist, bloß die Normaledition kann ein One-Click-Upgrade im GUI.

Die Installation wäre einfacher nicht zu bewältigen. Eine Zeile reicht, der Installer lädt die aktuelle Version und mit /?admin kann man sich einloggen.

curl -s http://repository.rainloop.net/installer.php | php

Und fertig 🙂


Schroeffu

Der Autor ist Schweizer, verheiratet, Vater von bisher einem Kind und seit November 2015 zu seiner liebevollen Frau nach Braunschweig, Deutschland, ausgewandert. Mit im Gepäck: Die Familienplanung, jede Menge Plüsch-Pinguine und die Tastatur zum bloggen.

16 Kommentare

claw · 3. Juni 2016 um 14:09

curl -s http://repository.rainloop.net/installer.php | php

Und wenn rainloop.net jetzt gar nicht der ist für den er sich ausgibt ?

    Schroeffu · 3. Juni 2016 um 14:20

    Rainloop gibts auch auf Github https://github.com/RainLoop/rainloop-webmail 🙂

    Aber hast recht, da gäbe es noch einiges zu erwähnen: Der Einzeiler lädt die Standard-Version, nicht die Community-Variante. Hier gibt es die Zips (Standard/Community) in der Übersicht http://www.rainloop.net/downloads/ und an dieser Stelle steht hübsch gelistet wie das sich mit den Features-je-Lizenz verhält: http://www.rainloop.net/purchase/

      claw · 3. Juni 2016 um 14:29

      Das war eigentlich nicht meine Intention.

      Lies das bitte: https://de.wikipedia.org/wiki/Cache_Poisoning ( ist nur ein Beispiel was hier passieren könnte )

      Bessere wäre z.B.:
      curl -s https://repository.rainloop.net/installer.php | php der Unterschied ist nur ein kleines „s“ hat aber in diesem Fall viel Wirkung. Generell rate ich dazu das man zuerst mal liest was man ausführt auch mit SSL.

      claw · 3. Juni 2016 um 14:32

      Um das mal Umgangssprachlicher zu formulieren:
      Du lädst $irgendetwas von $irgendwo runter und übergibst es ungesehen an den php interpreter. Ist das eine gute Idee?

ItTakesTwo · 10. Juni 2016 um 09:20

Rainloop ist optisch in der Tat ne schicke Sache und bisher war es auch bei mir definitiv mehr genutzt als Roundcube. Seit der PGP integration in Roundcube kann ich allerdings nur jedem von Rainloop abraten da die Umsetzung von PGP dort deutlich unsicherer ist.
Rainloop speichert den eigenen Privatekey im Browsercache was bedeutet, dass du jedes mal wenn du den Computer wechselst oder den Browsercache leerst dein Key weg ist. Gerade auf nicht eigenen Computern sehe ich das kritisch da man den Key auch nur per Zwischenablage einfügen kann anstatt ihn als Datei hochzuladen. Eventuell auf dem genutzten Computer installierte Drittsoftware könnte ihn mühelos abgreifen.
Roundcube hinterlegt den Key nachdem man ihn hochgeladen hat auf dem Server was wenn man eh selbst hostet meiner Meinung nach definitiv ein sichereres Gefühl vermittelt als Rainloop es tut.

Sebastian · 16. Juni 2016 um 14:12

@ITTAKESTWO:

Obwohl deine Argumentation durchaus valide sein mag, muss an der Stelle auch mal darauf hingewiesen werden, dass nicht besonders viele „normale“ Menschen GPG nutzen. Selbst S/MIME ist sehr selten anzutreffen, obwohl es deutlich simpler ist. Die allermeisten „normalen“ Menschen nutzen hingegen einen Webmailer und wünschen sich dort schlicht eine schnelle, einfache und logische UI und einen soliden Unterbau, mit dem sie nichts zu tun haben wollen.

Und genau das erfüllt Rainloop eigentlich ganz gut. Ich würde daher nicht jedem davon abraten 😉

Marcco Occram · 5. Mai 2017 um 09:58

Hallo Schroeffu! Zunächst einmal Danke für diesen tollen Blog (ich habe gesehen, Du hast auch andere interessante Beiträge). Leider ist in Deinem Aufsatz nicht erwähnt, dass Rainloop die Installation von owncloud voraussetzt. Schade. Damit fange ich leider neu an zu suchen, weil ich gerne einen Ersatz für Roundcube gehabt hätte. Auch wenn Datenbanken (inkl. sql-lite) gerade modern sind: Ich möchte trotzdem keine Datenbank installieren müssen, nur um ein webmail bedienen zu können. Nur zur Info: Statt owncloud verwende ich dokuwiki (textbasierend) und encode-explorer (zeigt auf den medienbereich der dokuwiki). Da ich mehrere Server an verschiedenen Standorten besitze ist mit unison das syncen ohne Datenbanken von nur Einzeldateien sehr komfortabel.

    Schroeffu · 5. Mai 2017 um 10:15

    Hallo Marcco,

    das muss ein Missverständnis sein, die Download-Seite https://www.rainloop.net/downloads/ bietet zwar eine Owncloud-Version an, aber an sich ist Rainloop ein eigenständiges Produkt und kann auch „Standalone“ installiert werden.

    Du kannst unter https://www.rainloop.net/downloads/ ganz oben die grossen Download-Buttons „Community Edition“ oder „Standard Edition“ anklicken, damit bekommt man das .tar.gz, ganz ohne Abhängigkeit zu owncloud. Alternativ via Github: https://github.com/RainLoop/rainloop-webmail/releases

    Ich nutze es ohne Own- bzw. Nextcloud unter https://webmail.games4linux.de als Standalone-Installation seit diesem Blogpost problemlos. Die Redaktions-Kollegen mögen Rainloop auch, scheint einen Tick angenehmer zu sein als Roundcube – wobei, ja, das ist natürlich geschmackssache 🙂

Marcco Occram · 5. Mai 2017 um 11:13

Hallo Schroeffu, danke für den Hinweis! Ich bin auch schon drauf gekommen: rainloop setzt nur dann die owncloud installation voraus, wenn man (so wie leider ich) die falsche Version herunter lädt. Inzwischen habe ich die Standalone-Version heruntergeladen und auch schon konfiguriert. Danke!

Ja, mein erster Eindruck ist auch ein guter, allerdings war mich auch roundcoube nicht unsympatisch. Aber wie erwähnt synchronisiere ich mehrere Standorte und da möchte ich alles in einem Verzeichnis haben und das möglichst ohne Datenbanken. Im Übrigen ist es mir ohnedies nicht verständlich, warum ein Webmail-client unbedingt seine eigene Datenbank benötigt??? IMAP ist ja schon eine Art Datenbank?

    Schroeffu · 5. Mai 2017 um 12:50

    Hallo Marrco, ja stimmt schon, die Mails werden an sich schon ähnlich einer Datenbank gelagert. Bei Dovecot gibts zb die Formate Mbox, Maildir oder dbox.

    Rainloop hat nur eine optionale (Mysql) Datenbank, falls man die Kontaktadressen ins Adressbuch füllen möchte. Geht auch ohne 🙂

Kruse · 14. Februar 2018 um 12:37

Wenn man jedoch so wie ich nur einen Webspace hat und dort ein Webseite installieren möchte ist es mit Roundcloud leider nicht so einfach, bis hin zu unmöglich.
Schade eigentlich.

    BigJens · 13. Juni 2018 um 11:03

    Hmmhh warum? Hat bei mir problemlos geklappt.

Kruse · 14. Februar 2018 um 12:38

Meinte natürlich Rainloop, Roundcube geht natürlich

BigJens · 13. Juni 2018 um 11:04

Ich würde gerne im Mail-(HTML)-Editor andere Standardwerte setzen. Eine andere Schriftgröße z.B. Weiss Jemand wie das bei Rainloop funktioniert?

    Schroeffu · 18. Juni 2018 um 23:11

    Das wüssste ich auch nicht, aber generell wird die Schriftgrösse (und Schriftart) beim Empfänger ignoriert solange die Mail nicht als HTML durchgeht, meiner Ansicht nach.

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