Des Öfteren werde ich gefragt, was nach einer Portraitfotografie am PC zusätzlich bearbeitet wird, und ob es überhaupts einen Sinn macht. Es gibt Fotografen, welche behaupten, „Ein Foto sollte unbearbeitet veröffentlicht werden. Alles andere ist eine Lüge“. Darüber lässt sich streiten. Ich behaupte jedoch, dass die heutigen Bildbearbeitungsprogramme die frühere Dunkelkammer abgelöst haben – mit weiteren Eingriffsmöglichkeiten, versteht sich.

Bearbeitungsdauer: 30min
Zuerst habe ich auf Wunsch die dunklen Bereiche aufgehellt um in der oberen linken Ecke die Haare zum Vorschein zu bringen, danach die Lippenfarbe betont. Zu guter Letzt wurde die gesamte Haut des Gesichts geglättet. Wären erkennbare Hautunreinheiten vorhanden (Muttermal, Pickel), so hätte ich Diese vor dem Glätten entfernen müssen. Die gesammte Arbeit raubt zeit, aber sonst, alles in Allem, kein Problem. Da es sich nicht um eine professionelle Aufnahme handelt (Handyfoto), und die Bearbeitung nicht für einen direkten Kunden bestimmt war, mussten keine weiteren Korrekturen vorgenommen werden (Z.B. der schwache Grünverlauf in der oberen Gesichtshälfte, Sujet ausschneiden, Narbe entfernen, geglättete Stirnfalten ebnen, etc.).

Und? ist das Bild eine Lüge? Ich behaupte immernoch Nein. Wäre bei der Grundaufnahme genügend Licht vorhanden gewesen, so hätte das Foto nur noch minimal nachbearbeitet werden müssen.

Foto verschlimmbessern

Ich bearbeite meine Fotos gerne von Makaber bis horrend Hässlich.. Vielleicht bin ich psychisch gestört, wer weiss ;þ? Hier ein Beispiel:

Bearbeitungsdauer: 1h / Texturensuche: 30min
Den Risse-Effekt könnte man noch viel hässlicher realisieren. Grössere Schrammen und Blut das über die Wange läuft. Zugegeben, ich hab‘ noch nie Blut auf eine Wange gepinselt. Das zu realisieren kostet wiederrum einige Zeit.

Falls sich jemand für den Effekt interessiert: Mithilfe von Photoshop wird zuerst das Gesicht mit einer Schwarzweiss-Ebene ineinanderkopiert (Rot und Gelbton angepasst), danach eine neue Ebene erstellt, eine hochauflösende Metall-Textur von deviantArt.com skaliert und in diese zweite Ebene eingefügt (Farbig nachbelichten, Textur mit CRTL + ALT + U aufgehellt), darüber eine ausgeblendete Ebenenmaske gelegt und mit einem speziellen Risse-Brush mein Gesicht verunstaltet. Am Ende noch das gesamte Bild unscharf maskiert und die Risse gegen das Ohr abgewedelt, damit die Risse genau wie das Gesicht unscharf dahinbluten (dieser Teil ist mir sichtlich misslungen). Falls jemand einen genaueren Beschrieb möchte, so schreibe ich gerne ein Tutorial ins Blog.

Übringens: Das oben gezeigte Sujet, das bin tatsächlich ich.

Kommt mir nicht auf falsche Gedanken, meine lieben Leser und Leserinnen! Ich hatte den beschissenen Spruch geklopft „Du kannst ja mich schminken“. Da wurde nicht locker gelassen bis ich hingehalten habe… Bitte keinen erniedrigenden Kommentar in der Blog-Kommentarfunktion, ich schäme mich schon genug ;þ

Kategorien: Fotografie

Schroeffu

Der Autor ist Schweizer, verheiratet, seit November 2015 zu seiner liebevollen Frau nach Braunschweig, Deutschland, ausgewandert. Als Vater von inzwischen zwei Kindern kommt das Bloggen hoffentlich nicht zu kurz.

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