Ein Buchladen sollte Bücher verkaufen. Sehr viele Bücher, denn Bücher ist für einen Buchladen ja sicherlich das Hauptgeschäft. Dieses essentielle Überlebens-Konzept für einen Buchladen hat die Geschäftsleitung hinter „Thalia“ wohl nicht verstanden.

Heute hatte ich spontan das Bedürfnis, ein Python Buch zu kaufen. Also auf in den nächsten Buchladen: Thalia. Schon auf den ersten Blick fragt man sich doch ernsthaft, wie dieser Laden Umsatz generieren soll: Am Eingang nur flache Tische mit ein paar Büchern, teilweise sogar Auflagetische nur mit nutzlosem Krimskrams. Weiter im inneren stellt man mit erschrecken fest, dieser Buchladen hat pro Thema vielleicht ein kleines läppisches Regal übrig. Als Beispiel Bücher zum Thema Informatik/EDV: Ein einziges Regal von 1.8 Meter auf 50cm ! Für ALLE IT BÜCHER !! Daneben stehen massenhaft platzraubende, kleine Tische mit irgendwelchem Müll auf nur einer Ebene, den der Laden als „Bestseller“ anpreist. Wie peinlich ist das denn!?

Ein weiteres Beispiel: So viel Platz, kaum Bücher. Phah!

Ein weiteres Beispiel: So viel Platz, kaum Bücher. Phah!

Mal ernsthaft: Kann dieses Konzept überhaupt das Überleben eines Buchladens mit dermaßen viel Platzverschwendung sichern? Anscheinend nicht. Wie ich gelesen habe, musste Thalia bereits in Deutschland einige Filialen schließen. In der Schweiz gibt es ein Joint-Venture mit Orell Füssli. Auf Wikipedia findet man die Aussage, dass sehr viele Thalia-Läden vom Konzept her auf Orell Füssli geändert werden sollen:

Nach und nach wird der Auftritt jedoch weitgehend auf Orell Füssli umgestellt, sodass der Name Thalia aus dem Schweizer Buchmarkt verschwindet. Quelle: Wikipedia

Aus meiner Sicht ist das auch bitter nötig, denn Orell Füssli verkauft wenigstens Bücher in ihren Läden. Viele Bücher, in vielen Regalen mit viel Auswahl zu jedem Themenbereich. Das ist doch der Grund, weshalb ich einen B-u-c-h Laden aufsuche!

Dieses Python Buch habe ich letztendlich gekauft.

Dieses Python Buch habe ich letztendlich gekauft.

Aber zurück zu meinem Einkauf: Ich hatte Glück. Der Thalia „Tankstellenshop“ (irgendwie passend der Begriff, nicht?), den ich aufsuchte, hatte im Angebot: 1 HTML Buch, 1 CSS Buch, 1 JAVA Buch und, Wohoo!, 1 Python Buch. Obwohl der Preis 48% teurer war als in Deutschland, habe ich es doch gekauft.

Ein Almosen für einen Buchladen ohne Bücher, sozusagen…


Schroeffu

Der Autor ist Schweizer, verheiratet, seit November 2015 zu seiner liebevollen Frau nach Braunschweig, Deutschland, ausgewandert. Als Vater von inzwischen zwei Kindern kommt das Bloggen hoffentlich nicht zu kurz.

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