Diese Zahlen entstammen von meinen eigenen Websiten. Firefox ist/war bekanntlich im deutschsprachigen Raum beliebter als im internationalen Durchschnitt. Mit elementaryforums.com befindet sich in der folgenden Statistik auch eine internationale Webseite.

Zwei Statistiken. Zwei mal Chrome.

Anmerkung: Elementary hat kein Firefox und auch keinen Chrome (Chromium) vorinstalliert. Die Elementary-Besucher haben sich also bewusst für einen der beiden Browser entschieden. Besucheranteil elementaryforums.com Linux: 56%, Windows 21%

Die Statistik sei zu wenig aussagekräftig? Mag sein, aber wer beweist mir das Gegenteil?

Ich nutze auch Chrome. Warum?

An den genauen Auslöser meines Umstiegs kann ich mich nicht mehr erinnern. Es ist ungefähr ein Jahr her. Ich erinnere mich aber sehr genau an meine Verwunderung darüber, wie schnell Chrome im Gegensatz zu Firefox sich anfühlt. Die Interaktion im Browser gibt einem das Gefühl geschmeidiger zu sein. Je mehr man Chrome (bzw. unter Linux «Chromium») benutzt, je weniger würde man wieder auf Firefox zurück wechseln.

Kann ich Hellsehen ;-)?

Firefox: Neuste Chronik l… Häh?

Für mich ein schlagendes K.O. Kriterium sind die schlecht dargestellten Optionen in Firefox. Das fängt schon bei der Option die Cookies löschen an. Ich muss hier klicken auf «Chronik > Neuste Chronik l….» – ja, mehr steht da nicht! Da muss man schon wissen, was sich dahinter verbirgt.

Im Gegensatz zu Firefox listet Chrome die Browser Einstellungen in meinen Augen übersichtlicher auf. Man findet sich gefühlt einen oder zwei Ticks schneller zu Recht. Dann kommt die Designfrage, mir gefallen die Kacheln als Optionsbilder nicht. Ich komme mit den Text-Optionen innerhalb Chromes besser zu recht. Doch das ist reine Geschmackssache.

Weniger Geschmackssache denn viel mehr eine Frage der Privatsphäre ist die Übersetzungsfunktion in Chrome. Besuche ich eine Website in einer Fremdsprache, fragt mich Chrome ob er mir diese Webseite auf Deutsch übersetzen darf. Alleine deswegen wird wohl niemand zu Chrome wechseln (wohl eher zurück zu Firefox), aber man wird faul und fängt an diese Features zu mögen.

Last but not least hat Chrome eine einfache Option ohne Addons «Keine Bilder laden; nur Ausnahmen» an Bord. Ich habe diese Funktion lieben gelernt, weil ich mit einem Mobile-Hotspot für das Linux Notebook die Bandbreite schonen möchte. Ich habe ja nur 3GB für 12.99 Euro/Monat 😀

Die Ironie der Geschicht‘? Ich schreibe diesen Text in Firefox. Der Computer hier ist nicht meiner.


Schroeffu

Der Autor ist Schweizer, verheiratet, Vater von bisher einem Kind und seit November 2015 zu seiner liebevollen Frau nach Braunschweig, Deutschland, ausgewandert. Mit im Gepäck: Die Familienplanung, jede Menge Plüsch-Pinguine und die Tastatur zum bloggen.

12 Kommentare

Mehr Tux aus Braunschweig · 10. März 2016 um 12:29

Masse statt Klasse. Chrome ist scheiße.

nym · 10. März 2016 um 13:04

Also ich bin überhaupt kein Fan von Chrome. Nicht nur um Google zu vermeiden, nein auch Chromium ist für mich keine Alternative. Firefox ist auf einem sehr guten Weg, ich nutze es überall, mit Sync und einigen Addons bin ich mehr als zufrieden.

Die Einstellungen finde ich persönlich nicht zu kompliziert gehalten. Einzig was mir fehlt ist eine vernünftige Integration in Unternehmen mit kompletter Verwaltung und Rollout.

Ben · 10. März 2016 um 14:20

Ganz klar: Die meisten Firefox-User blocken einfach deine Google-Analytics-Einbindung.

Saddy · 10. März 2016 um 18:41

Jup.

Angelo · 10. März 2016 um 22:41

Oh, super: Ein Browser mit eingebauter Marketing-Überwachung!

struppi · 11. März 2016 um 07:41

Wo finde ich im Chromium denn „Cookies löschen“?

Ich sehe nur im Menü unter „weitere Tools“ > „Browserdaten löschen“ eine nahezu identische Auswahl wie im Firefox Menü > Chronik > Neuste Chronik löschen

Auch die Option mit dem Bidern kann ich im Chromium nicht finden. Zumindest in der Desktop Version.

Und statt die Cookies dauernd zu löschen, nutze ich die Möglichkeit (die es nur im Fx gibt) Cookies selektiv zu zulassen oder abzulehnen. Das ist weniger nervig, als bei jedem Neustart sich überall wieder einloggen zu müssen.

Was die gefühlte Geschwindigkeit angeht, habe ich den Eindruck, dass da viel positives im Firefox passiert ist. Mittlerweile habe ich nicht mehr das Gefühl, dass Chromium schneller ist.

Ich nutze für zwei Twitter Accounts beide Browser parallel und Twitter ist ja sehr JS lastig, daher läßt sich die Performance gut vergleichen. Da habe ich desöfteren eher den Eindruck, dass sogar der Chromium etwas zögerlicher agiert.

Eine Funktion die ich im Firefox schätze ist, Ansicht>Webseiten Stil>Kein Stil – also eine Seite auch ohne CSS zu betrachten, da manche Webseitenadleraugen die Schrift so klein machen und das CSS so beschissen, dass eine Vergrößerung nicht möglich ist.

Ansonsten erstaunt es mich, wieviele Addon es mittlerweile auch für Chromium angeboten wird, das war ja früher das Hauptargument für Fx.

Aber ich kann mich nicht überwinden wirklich umzusteigen und fühle mich als alter Netscape (2) Veteran auch ein bisschen Mozilla verbunden.

    Schroeffu · 11. März 2016 um 11:39

    Hallo Struppi,

    ich lösche die Cookies unter „Settings > Advanced > Clearing browser data…“.

    Ähnlich ist es mit der Bilder-Option, diese ist unter „Settings > Advanced > Content Settings… > Images (do not show any imagees [Manage Exceptions]).
    Danach kann rechts in der URL-Zeile auf jeder Website mit 2 Klicks die Bilder re-aktiviert werden, der Browser reloaded dann und die entsprechende Webseite ist als Exception definiert. Gerade für Hotspot-Surfing extrem nützlich. Es gibt teilweise Addons, auch für Firefox, die jegliche Bilderanzeige optisch unterbinden aber im Hintergrund trotzdem herunterladen.

      Struppi · 11. März 2016 um 12:19

      Dann verstehe ich den Punkt nicht, unter Firefox ist die option um Cookies zu löschen doch nahezu identisch (ausser das man die Details einblenden muss) und findest du „Neuste Chronik“ wirklich so unverständlich? Mehr als „Clearing Browser data“ (bzw. Browserdaten löchen)?
      Zumal die Funktion auch noch mehr versteckt ist als im Firefox. Wer mit dem Firefox arbeitet sollte eigentlich seine Chronik kennen und als teil seiner schützenswerten Daten auch im Auge behalten. Wer das nicht tut, weiß vermutlich auch nicht was „Browser data“ sein soll. Daher halte ich das Argument für zweifelhaft und wie gesagt, den Geschwindigkeitunterschied finde ich nicht mehr so eindeutig, bzw. sogar z.T. eher im gegenteil, daher wundert mich der Artikel. aber ich erlebe es auch in meinem Umfeld, das viele wechseln und ihre Daten an google senden.

      Die Bilderfunktion finde ich im desktop Chromium nicht. Ist aber vermutlich eine nützlich Funktion, da ich aber kein Smartphone nutze und am Desktop mit einem Blocker (uMatrix – kann auch Bilder blockieren) arbeite, hatte ich nach so einer Funktion noch nicht gesucht. Hab aber grad gesehen, das sich zumindest nachträglich über das Kontexmenü (Grafik-Info anzeigen) Bilder blockieren lassen.

Georg · 12. März 2016 um 20:22

Firefox hat bei mir immer Request Policy installiert. Gerade bei Linux-Nutzern sollte man imho parallel zu so einer Statistik auch eine Umfrage führen, wie viele Nutzer Analytik-Scripte und Ähnliches blocken.

Ich nutze Firefox und Chromium parallel, auf dem Smartphone Firefox und Opera. Auf allen Geräten, die ich bisher hatte (unter Win, Linux, Android), war der Firefox immer relativ schwerfällig und wurde mit der Zeit immer langsamer und instabiler. Er reagierte auch deutlich empfindlicher auf Amok laufende Javascripts. Chromium ist da mein Fallback.

Mit Request Policy, HTTPS Everywhere und ein paar anderen Plugins bietet mir Firefox allerdings einfach die meiste Sicherheit. Viele Browser bieten ein paar der von mir benötigten Plugins oder Alternativen, aber keiner so viel wie der Firefox.

Philipp · 21. März 2016 um 18:23

Seit Chromium die NPAPI Schnittstellen rausgeworfen hat, krieg ich bei mir Flash nicht mehr zum Laufen. Seit sie ihr Aura-Interface über GTK+ gebügelt haben, bekomme ich das in Gnome nicht mehr integriert. Und wer weiß, mit welchem Schmu die noch um die Ecke kommen. Firefox ist zumindest einigermaßen berechenbar und nimmt Fehlentscheidungen manchmal auch wieder zurück.
Aber die Masse der Leute interessiert sich nicht für das, was hinter ihrer Software steht, und nimmt das, was ihnen im Moment am meisten sexy erscheint. Schade.

Angela Hoffmann · 8. April 2016 um 20:30

Ich mag sie beide, aber da es keine Updates mehr für 32bit gibt, sehe ich schon dass ich mich über kurz oder lang zu anderen Ufern durchschlagen muss. Mein Lieblingsbrowser war und ist Flockund Opera, letzterer ist aber auch nicht mehr so einfach zu händeln, der neue läuft nicht auf meiner Suse. Probiere doch mal den Nachkömmling des Opera, den VivaldiBrowser. Ist noch nicht ganz ausgereift, aber auf einem guten Weg

    Schroeffu · 12. April 2016 um 15:56

    Hmpf, mein Kommentar vorhin hätte hier hin sollen: https://schroeffu.ch/2015/01/jetzt-auch-noch-suse-administrator/

    Vivaldi-Beta habe ich einige Tage nach diesem Blogpost auch installiert, der erste Eindruck ist gut, aber noch hat er mich nicht „gefesselt“. Dass Vivaldi standardmässig etwas Bunt ausschaut wenn man durch viele Tabs zappt (wie ich), das ist etwas gewöhnungsbedürftig.

    Ich bin gespannt wie der Browser wird, sobald er auch eMails schreiben kann. Er solle später einen vollwertigen eMail-Client verbaut bekommen.

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