Unsere restlichen 9 Urlaubstage verbrachten wir auf Kreta. Wir mieteten uns eine Villa oberhalb von Plakias am Berghang mit Panorama-Aussicht. Plakias an sich ist ganz nett, aber sicherlich nicht die beste Wahl für Aktiv-Urlaub.

Nicht die beste Wahl für Aktiv-Urlauber meine ich im Sinne der geografischen Lage. Es ist nämlich so: Plakias liegt an der Südseite von Kreta und wird nur durch langatmige Strassen über die Berge erreicht. Der Weg auf die Nordseite ist zwar lediglich 30 Kilometer entfernt, aber eine Strecke dauert trotzdem mindestens 45 Minuten. Erst ab Rethymno im Norden der Insel geht es auf einer „Autobahn“ mit schnellerem Tempo ‚gen Osten- und Westen der 8.336 km² Insel. Wobei, eine Autobahn ist diese Nationalstrasse nicht, denn die Griechen machen aus einer 1-Spur-Schnellstraße wie immer eine 2-Spur-Autobahn weil sie auch heute noch den Pannenstreifen zu einer Fahrspur umfunktionieren. Typisch griechisch 😀

Der Weg zur Schnellstraße im Norden dauert pro Weg 48 Minuten, für einen Tagesausflug ein grosser Zeitverlust.

Geografisches Manko: Der Weg zur Schnellstraße im Norden dauert pro Strecke 48 Minuten, für einen Tagesausflug ein grosser Zeitverlust.

Jetzt haben wir also den Salat, denn man verliert immer 48 Minuten Zeit wenn man die Ost- oder West-Seite der Insel aktiv beurlauben möchte, zusammengerechnet verpufft man pro Tagesausflug mindestens 2x 48 = 96 Minuten. Das ist viel. Von daher würde sich der Ausgangsort Rethymno eher lohnen, denn dort ist man direkt an der „Autobahn“.  Aber mal unter uns – niemand möchte in Rethymno Urlaub machen. Dort besteht der 13 km Sandstrand nur aus Hotels, massenhaft Ferienwohnungen und Pauschalurlauber. Seit Teneriffa mache ich einen großen Bogen um solche Touri-Ortschaften.

Ich wusste von diesem geografischen Nachteil Plakias und wir haben uns trotzdem dafür entschieden. Die Entscheidung war gut, denn kein Ort an der Nordseite hat einen Ruf wenig touristisch zu sein. Zumindest konnte ich keinen finden.

Bergdorf Sellia: Unsere Villa oberhalb Plakias

Wir wohnten die restlichen 9 Tage unseres Urlaubs in einer Villa am Berg, sie gehört zum Bergdorf „Sellia“. Der Ausblick war gigantisch! Mit meinem Smartphone habe ich ein Panorama-Bild geschossen, seht selbst:

Panorama-Aussicht auf Plakias. Eigener Pool, hehe. Der braune Schatten oben Links ist meine Smartphone-Hülle, grrr.

Panorama-Aussicht auf Plakias (ganz links). Eigener Pool, klar, im Mai ist das Meer mir zu kalt. Der braune Schatten oben links ist meine Smartphone-Hülle..

Okaaay, das Wetter war bei Anreise nicht ganz so schön. Im Mai gibt es im Durchschnitt noch 4 Regentage, davon haben wir 2-3 erlebt. Die Villa hatten wir über Fewo-Direkt.de gefunden. Vermutlich waren wir die ersten Urlauber in diesem Haus, denn alle Gerätschaften waren neu. Das Haus hatte nebst einer Waschmaschine eine Geschirr-Spülmaschine und sogar einen Backofen! (Wir haben doch tatsächlich Fertig-Pizza darin ausprobiert – schmecken wie in der Schweiz/in Deutschland – nicht gut 😀 )

Smartphone-Foto: Am Abend punkt 19:30 wurden die Ziegen zurück geführt. Nachts hörte man sie trotz der Nähe nicht :-)

Am Abend Punkt 19:30 wurden die Ziegen zurück geführt. Sieht nach viel Lärm aus, war aber ok. Nachts hörten wir die Tiere kaum 🙂

Am meisten benutzt haben wir aber den Grill, der sich hinter dem Haus befindet. Das Grillfleisch erhält man beim Butcher (Metzger) in Plakias.

Für den Weg nach Plakias gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder über eine relativ gute Strasse hintenrum (via Myrthios) in 20 Minuten mit dem Mietauto, oder über steile, schlechte Strassen ohne Umweg in 13 Minuten. Ich empfand beides zu viel, auf den Bildern schaut Plakias „zum greifen nah“ aus, aber in Wahrheit ist es ein kleiner Ausflug um dort hin zu kommen. Zu Fuss will man das schon gar nicht, die Höhenmeter sind nicht zu unterschätzen.

Du bist in Plakias? Geheimtipp!

Wer bis hierhin gelesen hat, der ist oder wird bald in Plakias sein, richtig? Uuuund aufgepassst: Hier habe ich einen Geheimtipp was das Essen in einem Restaurant angeht: Die Taverne Πλατεία (Plateia) im Dorf Myrthios (nicht Plakias) hat uns extrem überzeugt. Man muss wissen, bei den Griechen gibt es zu viele Restaurants mit eher schlecht gekochtem Essen. Es ist zwar immer essbar, aber wirklich extrem gut ist es selten. Wir aßen in unserem Urlaub zu mehr als 50% eher weniger gut, einfach weil man auf Reisen die nächstbeste Taverne nimmt und man nie weiß, wie gut es wirklich wird.

Diese eine Taverne hier hat uns aber positiv überrascht. Egal was man bestellt, es war richtig gut! Probiert hatten wir die griechischen Fleischukugeln, Souvlaki, Calamares gegrillt etc. und alles war echt genial gut gekocht. Die Preise sind gleich wie sonst: Zwischen 7.50-11 Euro für ein Hauptgericht (Souvlaki, Calamares, usw) ohne Getränk.

Taverne Πλατεία in Myrthios, ein paar Minuten oberhalb von Plakias. Das Essen ist suuuper! Mit tollem Ausblick.

Taverne Πλατεία in Myrthios, ein paar Minuten oberhalb von Plakias. Das Essen ist suuuper! Mit tollem Ausblick.

Mein Geburtstags-Essen am Abend haben wir auch dort eingenommen :o) Ich wählte die griechischen Fleischkugeln, weil die Sauce dazu schon am Vortag extreeem gut geschmeckt hat. 🙂


Schroeffu

Der Autor ist Schweizer, verheiratet, Vater von bisher einem Kind und seit November 2015 zu seiner liebevollen Frau nach Braunschweig, Deutschland, ausgewandert. Mit im Gepäck: Die Familienplanung, jede Menge Plüsch-Pinguine und die Tastatur zum bloggen.

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